Campus
der Leo Academie

Blended Learning & E-Learning, Studiengang Physician Assistant

Blended Learning & E-Learning

Wir unterscheiden beim E-Learning zwei Varianten

Blended Learning

Beim Blended Learning wird während einer Präsenzveranstaltung mit einer E-Learning Plattform gearbeitet. So verbinden wir die Effektivität und Flexibilität von elektronischen Lernplattformen mit dem sozialen Aspekt der Face-to-Face-Kommunikation

E-Learning

Beim E-Learning werden die Kursinhalte vorrangig über die E-Learning-Plattform vermittelt und es umfasst keine signifikanten Anteile von Präsenzlehre. In einigen Fällen werden Kursinhalte durch Videomaterial vermittelt.

Physician Assistant (B. Sc.)

Bachelor-Studiengang

Beim Physician Assistant (PA) handelt es sich um einen medizinischen Assistenzberuf, der seit vielen Jahrzehnten vor allem in den USA und weiteren angloamerikanischen Ländern, seit etwa 15 Jahren auch in den Niederlanden etabliert ist. Der Arzt überträgt dem PA delegierbare Aufgaben und wird so für seine Kernaufgaben entlastet und unterstützt. Der PA ist dem ärztlichen Dienst unterstellt. Deutsche Bezeichnungen sind Medizinassistent. PAs übernehmen aufgrund ihrer hochschulischen Ausbildung die Begleitung komplexer Dokumentations- und Managementprozesse und organisatorischer Verfahren, können solche aber auch im Auftrag der ärztlichen Leitung mit entwickeln. Sie sind in der Lage, Ärzte in verschiedenen Tätigkeitsbereichen flexibel immer dann zu entlasten, wenn es sich nicht um höchstpersönlich vom Arzt zu erbringende Leistungen handelt.


Physician Assistant als Berufsperspektive für Gesundheitsfachberufe

Angesichts der demografischen Entwicklung und des daraus resultierenden Fachkräftemangels besteht in Deutschland Konsens, die Chancen und Optionen für Qualifizierung, berufliche Weiterentwicklung und für den Aufstieg von bereits Berufstätigen systematisch zu verbessern. Für Gesundheitsfachberufe, die sich speziell im medizinischen Bereich weiterqualifizieren wollen, bietet der Physician Assistant eine geeignete, an den tertiären Sektor anschlussfähige Berufsperspektive durch ein Weiterbildungsstudium an einer Hochschule mit Abschluss Bachelor of Science (B.Sc.). Zu nennen sind insbesondere Medizinische Fachangestellte, Angehörige der Pflegeberufe, Notfallsanitäter und Operationstechnische Assistenten, aber auch Angehörige von Therapie- oder medizinisch-technischen Gesundheitsfachberufen. Gerade für Medizinische Fachangestellte ist der Bereich der medizinischen Assistenz durch zahlreiche Spezialisierungsqualifikationen gemäß der Mustercurricula der Bundesärztekammer, z. B. für Ambulantes Operieren, Onkologie, Gastroenterologische Endoskopie, für die Nichtärztliche Praxisassistentin nach § 87 (2b) SGB V und die Fachwirtin für ambulante medizinische Versorgung bereits eröffnet.

Tätigkeitsrahmen der Physician Assistants (B. Sc.) im Leopoldina Krankenhaus Schweinfurt

Aufgabenbereiche:

a) Allgemeines Prozessmanagement

Beim allgemeinen Prozessmanagement können Physician Assistants komplexe Prozesse mit entwickeln, verbessern und aufrechterhalten. Hierfür sind Grundlagen aus Recht, Ökonomie, Informatik, Qualitätsmanagement, Medizintechnik usw. notwendig. PA können Ärzte bei den nichtmedizinischen Verpflichtungen und bei der prozessualen Sicherstellung der Versorgung entlasten.

b) Ärztliches Prozess- und Dokumentationsmanagement

Beim medizinischen Prozess- und Dokumentationsmanagement sind PA Patientenbegleiter und Compliance-Manager und übernehmen die Fallbegleitung. Sie sichern die Umsetzung der ärztlichen Behandlungspläne von der Aufnahme bis zur Entlassung oder Anschlussbehandlung. Sie führen die erforderliche Dokumentation, die durch den Arzt überprüft und freigegeben wird. Arztberichte können so effektiv und zeitnah erstellt werden. Die Kodierungsqualität steigt, denn sie erfolgt umfassend auf der Basis der Aktenlage und von Besprechungen und Visiten. Insgesamt bleibt dem Arzt mehr Zeit und Ruhe für die eigentliche Tätigkeit am Patienten.

c) Delegierbare patientenbezogene Tätigkeiten

Die PA können für allgemeine und spezifische Tätigkeiten in verschiedenen Bereichen, wie z. B. in der Chirurgie, der Inneren Medizin, der zentralen interdisziplinären Notaufnahme, der Anästhesie und der Intensivmedizin, der Funktionsdiagnostik, im allgemeinmedizinischen Bereich sowie weiteren Bereichen eingesetzt werden.
Die Aufgabenzuweisung an den PA folgt dabei den Grundsätzen der Delegation
Die Absolventen des Hochschulstudiums Physician Assistant mit dem Abschluss Bachelor of Science (B. Sc.) sind im Rahmen des Berufsbilds zur Übernahme von Tätigkeiten im Rahmen der ärztlichen Delegation befähigt. Dieses gilt, soweit diese nicht im Einzelfall oder wegen ihres Schwierigkeitsgrades, einer besonderen Gefährdung des Patienten oder auf Grund besonderer Umstände, wie beispielsweise des konkreten Krankheitsverlaufs oder der Unvorhersehbarkeit möglicher Reaktionen, als höchstpersönliche Leistung einer Ärztin oder eines Arztes erbracht werden.


Gemäß den oben genannten ärztlichen Aufgabengebiete stellt sich der Rahmen für die Tätigkeitsbereiche wie folgt dar:

  • Mitwirkung bei der Erstellung der Diagnose und des Behandlungsplans
  • Mitwirkung bei komplexen Untersuchungen sowie Durchführung von med. Tätigkeiten, soweit diese nicht speziellen Berufsgruppen vorbehalten sind
  • Mitwirkung bei der Ausführung eines Behandlungsplans
  • Mitwirkung bei Eingriffen
  • Mitwirkung bei Notfallbehandlungen
  • Adressatengerechte Kommunikation und Informationsweitergabe
  • Prozessmanagement und Teamkoordination
  • Unterstützung bei der Dokumentation

Quelle: BÄK/KBV (2017): Physician Assistant – Ein neuer Beruf im deutschen Gesundheitswesen. In: Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung (Hrsg), Berlin.